Die Chakras sind drehende Energiescheiben. Das Wort »Chakra« bedeutet im Sanskrit »Rad«. Die Chakras drehen sich ungefähr zehn Zentimeter außerhalb des Körpers und stehen mit dem Rückgrat und dem zentralen Nervensystem in Verbindung. Die Chakras sind die direkte Verbindung zum neuralen Netzwerk des Menschen. Jedes Chakra besitzt eine spezielle Frequenz, hat eine eigene Bedeutung und Beeinflusst dich auf seine spezielle Art und Weise.

„Die Chakras besitzen leuchtende Fäden, die weit über unseren Körper hinausreichen und uns mit Bäumen, Flüssen, Wäldern und anderen Menschen verbinden.“

Chakrenlehre – erkenne die 9 Chakren und ihre Bedeutung!

Die fünf unteren Chakras, von der Wurzel bis zum Kehlkopf, werden in erster Linie von der Erde versorgt. Stell dir einen Baum vor, dessen Wurzeln bis tief in den Erdboden reichen. Die Nährstoffe, die er aus der Erde zieht, werden bis hinauf in die höchsten Zweige transportiert. Das Sonnenlicht, das in den Blättern absorbiert wird, verwandelt sich in Energie, die den umgekehrten Weg bis hinunter in die feinsten Wurzeln nimmt.

Wie die Organe des Körpers erfüllen auch die einzelnen Chakras bestimmte Funktionen. Das erste und zweite Chakra verdauen emotionale Energien, indem sie diese durchschleudern, um Nährstoffe aus ihnen zu ziehen. Sie können die Energien von körperlichen und emotionalen Traumata beeinflussen und in Quellen der Kraft und des Lichts verwandeln.

Ebenso wie das Verdauungssystem Nährstoffe aus der Nahrung zieht und den unverdaulichen Rest wieder der Erde zuführt, geben die unteren Chakras der Erde die schweren Energien zurück, die sie nicht in Brennstoff umwandeln können.

Chakrenlehre 9 Chakren System

Wenn das erste Chakra nicht mehr mit der Erde in Verbindung steht, sind die unteren Chakras nicht mehr in der Lage, den emotionalen Müll abzuladen, weil kein Ausgangskanal mehr zur Verfügung steht. Der Müll verwandelt sich in giftige Rückstände, die sich an der Wand des Chakras festsetzen und dessen Drehmoment verlangsamen. Wenn solche nicht ausgeschiedenen Rückstände sich in unserem zweiten Chakra (wo entschieden wird, ob ich flüchte oder kämpfe) ablagern, halten wir die Welt für feindlich und aggressiv.

Das dritte Chakra (Solarplexus), vierte Chakra (Herz) und fünfte Chakra (Kehlkopf) werden von den feineren
Energien der Liebe, des Mitgefühls und des Einfühlungsvermögens genährt. Sie sind nicht in der Lage, irgendwelche Emotionen zu verarbeiten. (Wenn wir versuchen, schwere Emotionen und Gefühle mit unserem Herz-Chakra zu bewältigen, geraten wir in ernsthafte Schwierigkeiten und werden emotional feindselig.) Die Himmelchakras werden durch feinste spirituelle Energie genährt.

1. Das erste Chakra – Wurzelchakra

Das erste Chakra sitzt am unteren Ende der Wirbelsäule zwischen dem Anus und den Geschlechtsorganen. Es ist das Tor zu den weiblichen Leuchtfäden, die sich durch unsere Beine hindurch in die Biosphäre erstrecken. Wie eine Pfahlwurzel, die bis hinunter zu den feuchten, nährstoffreichen Stellen von Mutter Erde reicht, versorgt uns das erste Chakra mit den wesentlichen Grundstoffen. Es erdet uns und ist das Fundament unseres leuchtenden Energiesystems.

Wenn wir die Verbindung zur Erde verlieren, holen wir uns das Lebensnotwendige von der Oberfläche. Mit dem Ergebnis, dass wir wie Bäume mit flachen Wurzeln werden, die der nächste Sturm umwirft. Wir verlieren unsere Stabilität, unser Fundament und unsere Sicherheit.

Wenn das erste Chakra nicht mehr mit der weiblichen Erde verbunden ist, fühlen wir uns verlassen und mutterlos. Das männliche Prinzip dominiert, und wir suchen Sicherheit in materiellen Dingen. Individualität ist uns wichtiger als Beziehung, und selbstsüchtige Antriebe triumphieren über Familiensinn und soziale und globale Verantwortung.

Je mehr wir uns von der Erde abtrennen, desto feindseliger werden wir gegenüber dem weiblichen Prinzip. Wir verleugnen unsere Leidenschaft, unsere Kreativität und unsere Geschlechtlichkeit. 

Das erste Chakra – Wurzelchakra

Element: Erde
Farbe: rot
Körperliche Aspekte: physische Stabilität; Ausschei-
dung; Rektum, Beine, Füße;
Östrogen und Testosteron
Instinkt: Überleben, Zeugung
Psychologische Aspekte: Nähren, Schutz, Sicherheit;
die Fähigkeit, für sich selbst
zu sorgen
Drüsen: Eierstöcke und Hoden
Anlagen: Kundalini, Überfluss
Negativer Ausdruck: Hamstern, Raubtierverhalten,
gedankenlose Gewalt, chroni-
sche Müdigkeit, Geburtstrau
ma, Verlustängste

Das erste Chakra äußert sich unmittelbar und instinktiv. Wir suchen Schutz. Wir suchen Nahrung. Wir zeugen Nachkommen. Wir versuchen selbst in scheinbar ausweglosen Situationen zu überleben. Diese Antriebe sind grundlegende Instinkte. Es gelingt uns zwar, unseren Atem anzuhalten, aber wir können dem Körper nicht befehlen, nicht mehr Luft zu holen. Ebenso wenig können wir unsere Überlebensinstinkte bewusst ausschalten.

Die vier instinktiven Antriebe – Angst, Nahrung, Kampf und Sex – spiegeln die Möglichkeiten der beiden unteren Chakras. Hier befinden sich die grundlegenden Programme für unser körperliches und emotionales Überleben.

Der Zwang, sich mit Essen voll zu stopfen oder Geld oder Spielsachen zu horten, ist einer der negativen Aspekte des Nahrungsinstinkts. Wir können niemals genug bekommen, um zufrieden zu sein. Wenn das erste Chakra im Ungleichgewicht ist, entsteht das Gefühl, zu kurz zu kommen. Selbst wohlhabende Menschen haben oft Angst, alles zu verlieren. Ironischerweise sind die Armen oft großzügiger als die Reichen. Mit einem funktionierenden ersten Chakra verschwindet die Angst, nicht genug zu bekommen. Wir erkennen, dass es uns an nichts fehlt und wir im Überfluss leben. Intellektuelles Verstehen reicht jedoch nicht aus. Wir müssen mit jeder Zelle unseres Körpers fühlen, dass
das Universum sich um uns kümmert und uns versorgt. Ist unser erstes Chakra zusammengebrochen, bauen wir Zäune, um unseren Besitz vor dem Nachbarn zu schützen.

Ein ungesundes zweites Chakra lässt uns Steinhaufen errichten, um uns gegen sie zu verteidigen Östrogen und Testosteron sind die Hormone, die mit dem ersten Chakra in Verbindung stehen. Laborstudien haben gezeigt, dass Testosteron beim Mann für zwei grundlegende Reaktionen verantwortlich ist: Sex und Aggression. Wenn Frauen Testosteron verabreicht bekommen, beklagen sie sich darüber, dass sie nicht aufhören können, an Sex zu denken.

Ein Ungleichgewicht im ersten Chakra verschärft die Wirkung des Testosterons und führt beim Mann dazu, dass er die beiden instinktiven Impulse dieses Hormons durcheinander bringt. Wenn das geschieht, fängt er an, die Frau, die er liebt, zu verletzen und schließlich die Intimität in seiner Liebesbeziehung zu zerstören. Dies führt zu sexuellem Missbrauch, der nicht nur in den USA, sondern auch in anderen Teilen der Welt weit verbreitet ist, besonders dort, wo sich ein Land in dem schwierigen Übergangsprozess von einer dörflich zu einer städtisch geprägten Gesellschaft befindet. In Südafrika, das gerade diesen Entwicklungsschritt macht, wird alle 26 Sekunden eine Frau vergewaltigt. Wenn ich mit einer Frau arbeite, die in der Kindheit sexuell missbraucht worden ist, stelle ich häufig fest,
dass ihr erstes Chakra verschlossen ist.

Dies geschieht oft aus der unbewussten Angst heraus, dass sie andere genauso verletzen könnte, wie sie von ihrem Vater oder einem anderen männlichen Familienmitglied verletzt worden ist. Östrogen, das von den Eierstöcken produziert wird, ist unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der mineralischen Zusammensetzung der Knochen. Die Produktion von Östrogen sinkt in den Wechseljahren so stark, dass eine Frau anfällig für Osteoporose (Knochenerweichung) werden kann. In nichtindustrialisierten Gesellschaften erkranken offensichtlich nicht so viele Frauen an Osteoporose wie beispielsweise in Amerika.

Einige Forscher meinen, es läge daran, dass Frauen in der Dritten Welt nicht lange genug leben, um einen entscheidenden Verlust des Mineralgehalts ihrer Knochen zu erleiden, der erst im fortgeschrittenen Alter eintritt. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die Frauen in nichtindustrialisierten Gesellschaften ihr ganzes Leben lang aktiv mit der weiblichen Erde verbunden bleiben.

Das erste Chakra ist bei Frauen verantwortlich für den Wunsch nach Beziehung und Intimität sowie für das starke Bedürfnis, andere zu nähren. Ein Ungleichgewicht in diesem Chakra kann dazu führen, dass eine Frau in ihrer Partnerbeziehung ein überstarkes Sicherheitsbedürfnis hat, das auf Kosten ihrer Selbstständigkeit geht.

Das erste Chakra entspricht den ersten sieben Lebensjahren. Die Traumata der frühen Kindheit,
einschließlich Geburt und vorgeburtlicher Ereignisse, sind in diesem Chakra gespeichert und formen psychologische Konstellationen, die unsere spätere Entwicklung hemmen.

Eine Person, die hauptsächlich aus ihrem ersten Chakra heraus lebt, wird wie ein kleines Kind darauf fixiert bleiben, dass sie immer alles hat, was zum Überleben notwendig ist, und dass es immer genügend Unterhaltung und Ablenkung gibt. Wenn diese Person in die Enge getrieben ist, kann sie gewalttätig werden und physisch und emotional auf die wahrgenommene Bedrohung losgehen.

Wer hauptsächlich aus dem ersten Chakra heraus lebt, wird immer darauf bedacht sein, schnelle sinnliche Befriedigung zu erreichen, koste es, was es wolle. Oftmals kann diese Person nicht sagen, wo ihr Körper aufhört und die Welt anfängt, sodass andere zu einem Teil von ihr werden und als
eigenständige Wesen ihre Bedeutung verlieren.

Wenn Menschen zu mir kommen, die in ihrer Kindheit missbraucht oder von einem Elternteil verlassen worden sind, schaue ich mir sofort ihr erstes Chakra an. Traumata aus früheren Leben sitzen oft im ersten oder zweiten Chakra.

Die ganze Geschichte hindurch wurden Diktatoren, denen es darum ging, andere zu dominieren, von den negativen Antrieben des ersten Chakras gesteuert. Das erste Chakra besitzt jedoch auch bemerkenswerte positive Eigenschaften. Sein Überlebensinstinkt sichert den Weiterbestand der Art, indem es uns antreibt, einen Partner oder eine Partnerin zu finden und Kinder zu zeugen, und uns lebensbedrohliche Situationen überstehen lässt.

Im Sanskrit heißt das erste Chakra muladbara und bedeutet »Fundament«. Unser energetisches Haus muss auf einem starken Fundament stehen. Im Yoga wird dieses Chakra als Sitz der Kundalini-Energie betrachtet.

Ihr Symbol ist eine zusammengerollte Schlange, die am Fuß der Wirbelsäule ruht. Kundalini ist die
aktive Kraft der großen Göttin Shakti, die die ganze Schöpfung hervorbringt. Für den Schamanen ist sie die Urschlange Uroboros, die ihren eigenen Schwanz verschluckt und für den unbewussten Zustand einer ausschließlichen Selbstbezogenheit steht. Für die Menschen im Amazonasgebiet steht sachamama,
die Wasser-Boa, für diese ursprüngliche Kraft. In Nordamerika wird sie als Klapperschlange abgebildet.

Sobald wir die Abdrücke aus dem ersten Chakra entfernen, erwacht die Kundalini-Energie. Die Urschlange fängt an sich zu bewegen, und ihre weibliche Energie steigt durch die Chakras auf. Schamanen in Amerika, Indien und Tibet sind schon immer der Ansicht gewesen, dass die ganze Schöpfung durch die ursprüngliche Kraft des Weiblichen hervorgebracht wird. Von daher überrascht es auch nicht, dass es die Schlange war, die uns in der christlichen Schöpfungsgeschichte den Apfel vom Baum der Erkenntnis brachte. Ihre Energie, die in jedem von uns schläft, ist die Energie der Mutter Erde und der Herzschlag des Planeten.

2. Das zweite Chakra – Sakralchakra

Das zweite Chakra sitzt vier Finger breit unterhalb des Bauchnabels. Es steht in Verbindung mit den Nieren und dem Element Wasser. Das zweite Chakra aktiviert die Nebennieren, die die Stressverarbeitung im Körper regulieren. Die Nebennierenrinde, der äußere Teil der Drüse, stellt mehr als 100 verschiedene Steroide her, einschließlich der Geschlechtshormone. Das Nebennierenmark, der innere Teil, produziert Adrenalin, das der Leber mitteilt, Blutzucker zu bilden, der uns munter und wachsam macht.

Adrenalin ist das Hormon, das die Reaktion, zu kämpfen oder zu fliehen, steuert. Weiter oben habe ich erwähnt, dass das erste Chakra Zäune zum Schutz errichtet, während das zweite Chakra Steinhaufen türmt, um sich zu verteidigen. Das Problem dabei ist, dass wir immer größere Steine brauchen. Die andere Seite hat scheinbar immer einen mächtigeren Steinhaufen, sodass die angebliche Bedrohung eskaliert.

Das zweite Chakra wandelt die energetischen Nährstoffe aus dem Leuchtenden Energiefeld um. Alle Formen von Energie stellen für dieses Chakra Nahrung dar. Es leitet die Erdenergie weiter, die vom ersten Chakra aufgenommen wird, und verarbeitet die emotionalen Energien im Nervensystem. Wenn dieses Chakra einwandfrei funktioniert, macht es negative Energien wie Wut und Angst unschädlich und scheidet sie durch das erste Chakra aus.

Wenn es jedoch im Ungleichgewicht ist, verfaulen diese negativen Energien in unseren Eingeweiden und
zersetzen sich langsam. Wir alle kennen Menschen, die ihre Wut nicht loslassen können und ihren Groll für Wochen oder gar Jahre mit sich herumschleppen. Solche negativen Emotionen lagern sich im zweiten Chakra ab und vergiften es. Schließlich werden diese emotionalen Gifte dann auch vom Leuchtenden Energiefeld aufgenommen.

Das zweite Chakra – Sakralchakra

Element: Wasser
Farbe: orange
Körperliche Aspekte: Verdauung, Darm, Niere,
Blase, sexuelle Potenz, Adre-
nalin, Schmerzen im unteren
Rückenbereich, Menstruati-
onsbeschwerden, mangelnder
Appetit
Instinkt: Sexualität
Psychologische Aspekte: Macht, Geld, Sex, Kontrolle,
Angst, Kämpfen, Leiden
schaft, Selbstachtung, sexuel
ler oder emotionaler Miss
brauch, von den Eltern Geerb
tes, Inzest
Drüse: Nebenniere
Anlagen: Kreativität, Mitgefühl, Famili
ensinn
Negativer Ausdruck: Angst, Kämpfen

Das zweite Chakra ist der Sitz der Leidenschaft und drückt sich durch Kreativität und Intimität aus. Mit dem ersten Chakra reproduzieren wir uns. Mit dem zweiten lieben wir unseren Partner oder unsere Partnerin. Der Name für dieses Chakra lautet im Sanskrit svadhisthana, der »Sitz des Selbst«. In chronologischer Abfolge korrespondiert dieses Chakra mit dem Alter von acht bis vierzehn. Wenn Erwachsene sich nach romantischen Abenteuern sehnen, hat das seine Ursache in einem Anstieg der Aktivität des zweiten Chakras. Dieses Chakra ist erotisch und voller Lust und Fantasien. Es ist immer auf romantische Erlebnisse aus.

Wenn Erwachsene während ihrer Pubertät keinen eindeutigen und positiven Sinn für das eigene Selbst entwickelt haben, kann das Wachstum des zweiten Chakras gehemmt werden. Eine solche Person steckt keine wirkungsvollen emotionalen Grenzen ab und kann nicht unterscheiden zwischen ihren eigenen Wünschen und den Wünschen anderer. Sie fühlt sich nicht wohl in Beziehungen mit anderen Menschen, weil diese niemals ihre Bedürfnisse erfüllen können.

Negative Ausdrücke des zweiten Chakras sind Angst und Wut. Die Schamanen halten die Angst für einen großen Feind. Sie ist eine verschlagene Gegnerin, auf die du dich nicht einlassen darfst, denn in dem
Moment, in dem du es tust, nimmt sie dir deine Stärke und geht als Siegerin hervor.

Persönlichkeitsstörungen, die vom zweiten Chakra ausgehen, können ein großes Ausmaß erreichen. Die Menschen leben dann in einer Welt, in der es regnet, und glauben, dass der Himmel es persönlich darauf abgesehen hat, sie nass zu machen. Manchmal glauben sie, die ganze Welt habe sich gegen sie verschworen. Zugegeben, manchmal regnet es für uns, aber es regnet gleichzeitig auch für die Bäume, die Pflanzen, die Tiere und die Steine, und auch um seiner selbst willen.

Menschen mit einem Ungleichgewicht im zweiten Chakra legen oft eine Anspruchshaltung an den Tag. Wenn sie ihr zweites Chakra heilen, entdecken sie, dass ihnen die Welt nichts schuldet. Im Gegenteil, sie schulden dem Leben etwas. Unter der Führung des zweiten Chakras, dem Zentrum der erotischen Liebe,
erkunden wir unsere Leidenschaft und entdecken Intimität.

Mangelnde Funktion dieses Chakras kann dazu führen, dass wir Liebe mit Sex verwechseln. Es ist die große Aufgabe des zweiten Chakras, Sex in Liebe zu verwandeln und Romantik in Intimität. Das ist nicht leicht, denn die negativen Antriebe dieses Chakras wollen andere Menschen durch Geld, Macht und Sex kontrollieren.

Das zweite Chakra geht direkt durch den Unterleib, in dem das Leben entsteht. Dieses Zentrum birgt die
Keime der Leidenschaft und der Kreativität in sich, die in unseren oberen Chakras zur Blüte kommen. 

3. Das dritte Chakra – Manipura

Das dritte Chakra sitzt über dem Solarplexus und steht in Verbindung mit der Bauchspeicheldrüse, die den Energiehaushalt des Körpers mit Hilfe der Glukose steuert. (Die Bauchspeicheldrüse stellt Insulin her, das Glukose aus dem Blut in die Zellen transportiert, wo sie als Brennstoff verwendet wird.)

Wenn das dritte Chakra ordentlich funktioniert, steht für alle Körperaktivitäten genug Energie zur Verfügung. Da das Gehirn am meisten Energie verbraucht, ist ein ausgeglichenes drittes Chakra eine Voraussetzung für klares Denken. Das dritte Chakra beeinflusst auch die Leber, die das Energielager unseres Körpers ist.

Individuen, bei denen das dritte Chakra nicht richtig arbeitet, haben oft nicht viel Energie. Die Nahrungsstoffe, die sie zu sich nehmen, sind schon zerstört, bevor sie den Blutkreislauf erreichen. Auf der psychologischen und der spirituellen Ebene kann das Problem auftreten, sich nicht ausreichend versorgt zu fühlen.

Wenn das dritte Chakra nicht richtig arbeitet, schlagen die Unternehmungen einer Person oft fehl. Obwohl sie alle Voraussetzungen für einen Erfolg in der Hand hält, hat sie nicht genug Durchhaltevermögen, um die Ziellinie zu überqueren.

Das dritte Chakra – Manipura

Element: Feuer
Farbe: gelb
Körperliche Aspekte: Magen, Bauch, Leber, Bauch
speicheldrüse, aufnehmende
und abgebende Energie, Milz
Instinkt: Macht
Psychologische Aspekte: Mut, Kraft, Ausdruck in der Welt

Drüse: Bauchspeicheldrüse
Anlagen: Autonomie, Individuation,
selbstloses Dienen, Erfüllung
von Träumen, Langlebigkeit
Negativer Ausdruck: Magenleiden, Appetitlosig
keit, Trauer, Stolz, Egoismus,
neurotische Symptome, wenig
Energie, Opfermentalität,
schlechte Laune, Scham

Das dritte Chakra ist das Kraftwerk im leuchtenden Energiesystem. Seine Kraft kann konstruktiv eingesetzt werden, um unsere Vorhaben in der Welt umzusetzen. Wenn sie destruktiv genutzt wird, kann sie unsere ursprüngliche Natur oder unsere Libido unterdrücken, was in neurotischen Symptomen wie Scham und Schuld zum Ausdruck kommt.

Dieses Chakra entspricht dem Alter von 14 bis 21 Jahren – der Zeit also, die dem Erwachsensein unmittelbar vorangeht. Die weibliche Kraft des ersten Chakras und die ursprüngliche sexuelle Energie des zweiten Chakras werden vom dritten Chakra in einen feinen Brennstoff transformiert, der der Erfüllung unserer Träume zur Verfügung steht.

Dieses Chakra füllt die Reserven im Leuchtenden Energiefeld wieder auf. Wenn wir die Kraft des dritten Chakras nutzen, treten wir angstlos auf und lassen uns nicht von Feindseligkeit abschrecken. Die Hindernisse auf unserem Weg verschwinden. Die Gefahr dabei ist, dass sich das Ego dadurch aufbaut. Wir fangen an zu denken, dass wir allein unser Schicksal bestimmen und die Welt nach unserem Willen gestalten können. Wir fühlen uns dazu in der Lage, die Welt zu erschaffen oder zu zerstören, und werden
diktatorisch und manipulativ in unserem Streben nach persönlicher Macht und persönlichem Ruhm.

Menschen, die nicht gelernt haben, mit der Kraft des dritten Chakras richtig umzugehen, versuchen andere durch Einschüchterung zu kontrollieren. Wenn dieses Chakra gereinigt ist, werden unsere familiären und zwischenmenschlichen Beziehungen stabil. Wir haben etwas mitzuteilen und entdecken die Kraft des gesprochenen und geschriebenen Wortes. Dieses Zentrum verbindet uns mit unserer wahren Natur. Der Sinn unseres Lebens wird klar, und wir richten all unsere Aktivitäten auf ihn aus.

Die Funktion des dritten Chakras besteht darin, die Vision in die Realität zu überführen. Im Sanskrit ist der Name dieses Chakras manipura und bedeutet »Palast der Juwelen«. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die
Fähigkeit dieses Chakras, Träume zu lebendigen Schätzen werden zu lassen. Der Schamane weiß, dass wir die Welt ins Sein träumen. Dieses Zentrum ist der Destillierkolben, in dem unsere Träume auf alchemistische Weise in Gold verwandelt werden.

Bring dein drittes Chakra in Ordnung, wenn du die Welt um dich herum verändern willst. Das Werkzeug dieses Zentrums ist die Visualisation – egal ob du dabei in Meditation sitzt oder gerade am Strand ausgeraubt wirst. Das Feuer-Element, das dieses Chakra regiert, stellt genügend Energie zur Verfügung, um Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Achte darauf, dass du diese Kraft nicht für persönliche Zwecke missbrauchst, sondern mit ihr dem gemeinschaftlichen Wohl dienst. Das Schlüsselwort dieses Chakras ist Dienen. 

4. Das vierte Chakra – Anahata

Das Herz-Chakra sitzt nicht direkt über dem Herzen, sondern über dem Herznervengeflecht in der Mitte der Brust. Es ist die Achse des Chakrasystems. So wie sich der Bauch am Zentrum der Schwerkraft des physischen Körpers befindet, sitzt das Herz im Zentrum des leuchtenden Körpers.

Die Thymusdrüse wird vom Herz-Chakra reguliert und ist verantwortlich für die Abwehrkraft der Zellen. Sie ist wichtig für das Immunsystem und die Produktion von Lymphozyten, den »Killerzellen« des Körpers. Ein unterdrücktes Immunsystem antwortet sofort, wenn das Herz-Chakra durch den Illuminationsprozess gereinigt wird.

Der Sanskritausdruck für das Herz-Chakra ist anahata und bedeutet »ungebunden«. Es hat etwas damit zu tun, wie wir von materiellen Maßstäben des Erfolgs frei werden können. Geld, Autos, Ruhm und Besitztümer sind nicht länger das Entscheidende im Leben. Stattdessen werden Freiheit, Freude und
Frieden zu den Kennzeichen einer Person, die in ihrem Herzzentrum ruht.

Das Herz-Chakra entspricht chronologisch dem Lebensalter von 21 bis 28. Es ist das Zentrum, aus dem heraus wir unsere Familien gründen und unseren Seelenpartner und unsere Kinder lieben. Das Herzzentrum befähigt uns zur Liebe. Es ist das Chakra, das am meisten missverstanden wird, da die Liebe des Herz-Chakras weder die Zuneigung zu anderen noch eine romantische Verliebtheit ist.

Das vierte Chakra – Anahata

Element: Luft
Farbe: grün
Körperliche Aspekte: Zirkulationssystem, Lungen,
Brüste, Herz, Asthma, Im-
munschwäche
Instinkt: Liebe
Psychologische Aspekte: Liebe, Hoffnung, Hingabe an
den anderen, Mitgefühl, Inti
mität
Drüse: Thymusdrüse
Anlagen: selbstlose Liebe, Vergebung
Negativer Ausdruck: aufgeplustertes Ego, Unmut,
Selbstsüchtigkeit, Kummer,
Einsamkeit, im Stich lassen,
Betrug

Das Herz-Chakra blüht durch die Liebe zur Schöpfung auf. Es ist die gleiche Liebe, die eine Blume dem Regen entgegenbringt oder ein Jaguar der Antilope, die er verspeisen wird. Diese Art von Liebe ist nicht objektgebunden und auch nicht abhängig von dem Verhalten eines anderen. Sie ist nicht sentimental, da sie überpersönlicher Natur ist. Christliche Theologen nennen sie agape und die Inka munay. Diese Art von Liebe ist kein Selbstzweck. Sie führt nicht zu einer Beziehung oder Heirat, sondern ist sich selbst genug.

Wir brauchen uns einfach nur der Liebe hinzugeben. Sie hört dann auf, lediglich ein Gefühl zu sein, sondern wird zu einer grundlegenden Lebenseinstellung. Anstatt uns nur zu verlieben, müssen wir zur Liebe an sich werden. Denk daran, wenn du deinen Herzschlag spürst, dass in deinem Herzen die Liebe selbst schlägt.

Einer der negativen Aspekte dieses Chakras ist die Selbstverliebtheit. Wir alle kennen Menschen, die behaupten »Liebe ist die Antwort« und die alle Klischees über die Liebe kennen und von sich geben. Solche Personen sind mehr daran interessiert, ihre eigene »Erleuchtung« zu demonstrieren, anstatt Klarheit
oder selbstlose Liebe zu praktizieren.

Ein weiterer negativer Aspekt des Liebesinstinkts ist unsere Unfähigkeit, für uns selbst Verständnis zu haben. Wenn wir uns nicht selbst lieben können, verschanzen wir uns hinter Selbstkritik und Scham. Ein beeinträchtigtes Herz-Chakra kann sich nicht voll auf eine intime Beziehung einlassen. Eine solche Person ergreift in dem Moment die Flucht, wenn sie sich verwundbar fühlt, und oft schiebt sie die Arbeit oder andere Ablenkungen vor, um sich von dem geliebten Partner oder der geliebten Partnerin fern zu
halten.

Ein ausgeglichenes Herz-Chakra macht es möglich, dass wir uns in Liebe auf Intimität einlassen. Es integriert die  männlichen und weiblichen Prinzipien in uns, und wir suchen die »fehlende Hälfte« nicht länger außerhalb von uns. Hart und weich, Kreativität und Empfänglichkeit hören auf, Gegensätze zu sein, sondern verschmelzen zu einer wirklichen Harmonie. Das Herzzentrum lässt uns unsere Unschuld wiederfinden, die uns spielerisch inspiriert. Wir wissen, wer wir sind, und wir akzeptieren uns so, wie wir sind. Dadurch kehrt Freude und Frieden in unser Leben ein. 

5. Das fünfte Chakra – Kehlkopfchakra

Das fünfte Chakra hat seinen Sitz über der Kehlkopfgrube und beeinflusst die Schilddrüse, die die Temperatur des Körpers regelt. Indem sie den Stoffwechsel reguliert, also bestimmt, wie viel Brennstoff im Körper verbrannt wird, beeinflusst sie das Körpergewicht und die Anreicherung des Körpers mit Vitaminen.

Der Sanskritausdruck für dieses Chakra lautet vishuda und bedeutet »Reinheit«. Die älteste yogische Schrift, die vermutlich im 2. vorchristlichen Jahrhundert von Patanjali verfasst wurde, spricht von den siddhis oder magischen Kräften, die dem zur Verfügung stehen, der dieses leuchtende Zentrum erweckt hat.

Zu den magischen Kräften gehört auch die Fähigkeit, an zwei Orten gleichzeitig anwesend zu sein, unsichtbar zu werden, in die Vergangenheit zu schauen und frei von den Auswirkungen des Schicksals zu sein.

Das fünfte Chakra ist unser psychisches Zentrum und der Ausgangspunkt von Hellsehen, Hellhören und Hellfühlen sowie der Fähigkeit, ohne Worte zu kommunizieren. Ein dysfunktionales fünftes Chakra kann zu ungewollten psychischen Erfahrungen führen bis hin zur Entstehung des Borderline-Syndroms, wo eine Person ständig auf der Kippe zur Psychose oder Neurose steht. Ihre Fantasien schwappen unfreiwillig
immer wieder in den normalen Alltag, sodass die Unterscheidung zwischen Fantasie und Realität immer schwieriger wird.

Schlafstörungen sind weit verbreitet, wenn dieses Chakra nicht im Gleichgewicht ist. In chronologischer Folge entspricht das fünfte Chakra dem Alter von 28 bis 35, in dem wir anfangen, der Welt unseren
Stempel aufzudrücken. Wenn das fünfte Chakra klar ist, haben wir mit unseren Unternehmungen Erfolg und werden zu Meistern in dem Beruf, den wir uns ausgesucht haben.

Unsere Erfahrung und unser Wissen bestimmen unseren Stellenwert in der Welt. Das fünfte Chakra gibt uns die Fähigkeit zur Vorausschau und zur Umsetzung unserer Vision. Wir wissen, was aus uns werden kann, und fühlen die Freiheit unbegrenzter Möglichkeiten. In diesem Zentrum kann eine wahrhafte Selbstbeobachtung stattfinden, weil uns die Fülle unseres Innenlebens zum ersten Mal voll zur Verfügung steht.

 Das fünfte Chakra – Kehlkopfchakra

Element: Licht
Farbe: blau
Körperliche Aspekte: Kehlkopf, Mund, Nacken,
Speiseröhre
Instinkt: psychische Ausdruckskraft
Psychologische Aspekte: Träume verwirklichen, Krea-
tivität, Kommunikation, Ver-
trauen
Drüsen: Schilddrüse, Nebenschilddrüse
Anlagen: persönliche Kraft, Vertrauen,
Wille
Negativer Ausdruck: Betrug, Sucht, Psychose, Schlafstörungen, Lüge, Zu rückhalten der eigenen Meinung, Tratschen, Gehässigkeit

Das fünfte Chakra erlaubt es uns, nach innen zu schauen und uns der inneren Abläufe bewusst zu werden. Wir entwickeln ein Vokabular für unser emotionales, psychologisches und spirituelles Leben. Dieses spirituelle Vokabular wird im sechsten Chakra noch an Umfang zunehmen, zusammen mit der Fähigkeit, auf die inneren Reichtümer und Hilfsmittel zurückzugreifen, wenn wir das Gefühl haben, die äußere Welt verändern zu müssen.

Im fünften Chakra entwickeln wir eine globale Perspektive. Wir sind nicht länger auf unsere Gruppe, unseren Stamm oder unsere Kultur fixiert. Wir fangen an, uns mit allen Menschen zu identifizieren, unabhängig von Rasse und Geburtsort.

Im ersten Chakra erhalten wir unsere Identität von unseren Müttern; im zweiten kommt sie von unserer Familie; im dritten rebellieren wir gegen unsere Eltern und identifizieren uns mit einer Gruppe Gleichaltriger; im vierten identifizieren wir uns mit unserer Nation oder Kultur (zum Beispiel Pop). Im fünften Chakra werden wir zu Weltbürgern.

Das fünfte Chakra ist das Sprachrohr des Herzens. Es spricht von Liebe, Freundlichkeit und Vergebung. In diesem Zentrum verschmelzen die vier Elemente der unteren Chakras – Erde, Wasser, Feuer und Luft – zu purer Energie, mit deren Hilfe wir unsere Träume verwirklichen können.

Das Kehlkopf-Chakra bereitet den Nährboden, auf dem wir unsere Welt aufbauen. Ein erwachtes Kehlkopf-Chakra bringt uns in Übereinstimmung mit dem Leben. Jeder von uns kennt Situationen, wo wir morgens lieber im Bett bleiben würden, weil sich alles gegen uns verschworen zu haben scheint. Du gehst in die Küche und stellst fest, dass das Müsli alle ist.

Du steigst ins Auto und hast auf der Fahrt zur Arbeit nur rote Ampeln. Wenn das Universum sich gegen uns zu richten scheint und die Dinge nicht mehr synchron mit uns laufen, können wir uns wieder dadurch
ins Gleichgewicht mit dem Leben bringen, dass wir das Kehl- kopf-Chakra reinigen und uns von den negativen Energien, die es verschmutzen, befreien.

Das fünfte Chakra wirkt für alle unteren Chakras wie ein Schornstein, durch den die ätherischen
Energien abziehen, die nicht vom ersten Chakra an die Erde abgegeben wurden. Das Kehlkopf-Chakra lässt sich einfach reinigen, indem man dreimal mit den Fingerspitzen gegen dieses Energiezentrum klopft. Ich mache das mehrmals am Tag, besonders wenn ich mit einem »giftigen« Klienten gearbeitet habe. Ein negativer Ausdruck dieses Chakras ist das Berauschtsein vom eigenen Wissen. Wer davon befallen ist, hört dem anderen im Gespräch nicht mehr zu, denn Recht zu haben wird wichtiger als den anderen zu verstehen.

Die Gefahr des fünften Chakras liegt in der Tendenz, spirituelle Einsichten in Dogmen zu verwandeln. Dieses Krankheitsbild des fünften Chakras hat Nationen und Kirchen befallen und wird sichtbar in der Inquisition und der religiösen Intoleranz in der heutigen Welt.

Wie schon erwähnt, dient das fünfte Chakra für den Einzelnen als Schornstein zum Loswerden von Energien, die sich in den unteren Chakras angesammelt haben. Die meisten Menschen gebrauchen ihre Stimme fast ausschließlich dazu, um die emotionalen Bedürfnisse ihrer unteren Chakras auszudrücken. Je bewusster wir uns unserer psychologischen und spirituellen Möglichkeiten werden, desto stärker wird dieses Chakra. Schließlich entdecken wir unsere wahre Stimme. 

Himmelchakras

Im sechsten, siebten, achten und neunten Chakra wird die Entwicklung transpersonal, und wir stoßen in zunehmend feinstofflichere Bereiche vor. Und hier fängt das Missverständnis an.

Die New-Age-Spiritualität, die auf der Vorstellung des spirituellen Aufstiegs beruht, geht davon aus, dass es einen Gott außerhalb der Schöpfung gibt, der »von oben« die praktische Spiritualität der weiblichen Erde überblickt. Die Himmelchakras stehen jedoch mit den Erdchakras in Verbindung, genauso wie die Äste eines Baumes mit dessen Wurzeln verbunden sind.

Die Geschenke der höheren Chakras sind zutiefst praktischer Natur und manifestieren sich in dieser Welt. Sie existieren nicht irgendwo außerhalb. Diese Wahrheit wurde von allen großen spirituellen Lehrern und Lehrerinnen anerkannt. Wenn Christus lehrte, das Himmelreich sei vor unseren Augen, meinte er damit, dass Himmel und Erde unteilbar eins sind.

Mit Dingen, die die Erdchakras betreffen, sind wir durch die Psychotherapie und unser persönliches Wachstum vertraut. Wir alle haben mit Dingen zu tun, die wir von unseren Eltern übernommen haben, wie Wut, Scham, Angst, Sex, Begierde und das Bedürfnis nach Sicherheit. Die Himmelchakras sind für uns
ein weniger bekanntes Gebiet. Sie verfügen über Eigenschaften, die manchmal schwer zu fassen sind. In einigen Fällen besteht der Unterschied zwischen den Eigenschaften von zwei Chakras nur in Nuancen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Liebe, die ein Kind für seine Mutter empfindet im Gegensatz zu der
Liebe, die es später in der Liebesbeziehung zu einem Partner oder einer Partnerin fühlt. Obwohl beide unter die Kategorie »Liebe« fallen, handelt es sich doch um ganz unterschiedliche Erfahrungen (auch wenn uns die Psychologie glauben machen will, dass wir letztlich immer nur unsere Mutter oder unseren Vater heiraten).

Die spirituellen Lektionen und Eigenschaften der höheren Chakras sollten wir also immer unter diesem
Blickwinkel betrachten. Als mein Mentor und ich die Himmelchakras formulierten, ordneten wir diesen Zentren bestimmte Eigenschaften zu. Das sechste Chakra steht für den Schritt über den Tod hinaus; das
siebte für die Beherrschung der Zeit; das achte für Unsichtbarkeit; und das neunte für die Fähigkeit, ein Geheimnis zu bewahren.

6. Das sechste Chakra – Stirnchakra

Das sechste Chakra oder dritte Auge befindet sich mitten in der Stirn. In der hinduistischen Tradition gilt es als das dritte Auge von Shiva, der die Kenntnis der vollkommenen Wahrheit und Nicht-Dualität gewährt. Der Name dieses Zentrums ist im Sanskrit ajna oder »unbegrenzte Kraft«. In diesem Chakra gelangen wir zu der Erkenntnis, dass wir nicht von Gott getrennt sind. Wir selbst sind ein Ausdruck des Göttlichen, und wir sehen auch das Göttliche in anderen.

Wir fühlen eine große Ruhe und einen großen Frieden, wenn wir uns in der Gegenwart von jemandem befinden, der diese Wahrnehmung erreicht hat. Du erkennst, dass du ein ewiges Wesen bist, das in einem zeitlichen Körper wohnt. Jemand mit einem erwachten sechsten Chakra weiß, dass das wahre Selbst seine Identifikation mit körperlichen oder geistigen Erfahrungen abstreifen muss.

Wir transzendieren Körper und Geist, schließen sie aber gleichzeitig nicht aus unserer Wahrnehmung aus. Wenn wir anfangen, den Geist zu beobachten, können wir in den transpersonalen Zustand eintauchen. Wir folgen dann dem Geist mit Neugier, werden aber nicht von ihm vereinnahmt. Wenn du über den Geist hinausgehst, verschwindet der Zweifel, und Begierden und Sehnsüchte verlieren ihre Antriebskraft. Man
betritt den Bereich des unmittelbaren Wissens, den man nicht mitteilen, sondern nur selbst erfahren kann.

Dieser Bereich liegt zwar nicht außerhalb der Reichweite der Worte, die Erfahrung allein reicht aber aus. Die Schamanen sagen, dass man diesen Bereich nicht durch Suchen finden kann, dass aber nur diejenigen ihn finden, die nach ihm suchen. Es ist wie zwei Liebende, die nicht länger voneinander getrennt, sondern durch einen einzigen Kuss miteinander vereint sind. Wenn niemand mehr da ist, um eine Erfahrung zu machen, was bleibt dann von der Erfahrung über? In dem Moment, in dem man über die Erfahrung spricht, hört sie schon auf. Es ist, als erwache man aus einem Traum. In dem Moment, in dem uns bewusst wird,
dass wir geträumt haben, sind wir schon nicht mehr im Traum.

Das sechste Chakra – Stirnchakra

Element: Pures Licht
Farbe: indigo
Körperliche Aspekte: Gehirn, Augen, Nervensystem
Instinkt: Wahrheit
Psychologische Aspekte: Vernunft und Logik, Intelli
genz, Einfühlungsvermögen,
Depression, durch Stress er
zeugte Unordnung, Leugnen
Drüsen: Hypophyse
Anlagen: Erleuchtung, Wahrnehmung
des Selbst
Negativer Ausdruck: Verwirrung, Neurosen, Unzu-
länglichkeit, Anfälle

Wenn das sechste Chakra nicht richtig funktioniert, verwechselt das Individuum Information mit Wissen. Es glaubt, zu großen spirituellen Wahrheiten durchgestoßen zu sein, obwohl es nur über eine Ansammlung von Fakten verfügt. Die Schamanen können Regen erzeugen, ohne zu wissen, dass er aus Wasser- und Sauerstoffatomen besteht. Spiritueller Materialismus ist eine typische Fehlfunktion des sechsten Chakras.

Obgleich seine Anhänger oft großen Einfluss in der Welt haben, übernehmen sie doch keine wirkliche Verantwortung, dieser Welt auch zu dienen. In unserer mediengesteuerten Welt mit ihrem Berühmtheitskult können die Energien des sechsten Chakras fehlgeleitet werden und zu spiritueller Arroganz und Selbstbeweihräucherung führen.

Als Anthropologe habe ich die Erfahrung gemacht, dass jeder Kontakt mit einem Stamm die Kultur korrumpiert, die man erforschen will. Die Nahrungsmittel, die du bei dir hast, dein Fotoapparat und deine Werkzeuge, ja selbst deine westliche Kleidung wirken störend.

Ein erwachtes drittes Auge ermöglicht dem Schamanen, das zu sehen, was er ist. Es schenkt ihm die Kenntnis der Vergangenheit und der Zukunft und erlaubt ihm, alternative Schicksale in der Vision zu sehen. Einige Legenden sprechen davon, dass diejenigen, bei denen dieses Chakra wirklich erwacht, sogar physisch unsterblich werden. Sie altern nicht mehr und werden nicht mehr krank, sondern bewahren ihre jugendliche Vitalität und Stärke.

Alle Wünsche von jemandem, dessen drittes Auge erwacht ist, werden Wirklichkeit. Und wenn mehrere Heiler die gleiche Vision schauen, bewahrheitet sie sich für den Planeten. Indigene Religionen praktizieren diese Tradition schon seit langem. Die Stammesältesten der Hopi und ein
ähnlicher Rat von Medizinmännern und Medizinfrauen der Inka sitzen in Meditation und stellen sich die Art von Welt vor, die sie an ihre Urenkel weiterreichen wollen. 

7. Das siebte Chakra – Sahasrara

Das Kronen-Chakra auf unserem Kopf ist unser Tor zu den Himmeln, so wie das erste Chakra das Tor zur Erde ist. Leuchtende Fäden reichen von diesem Zentrum bis hoch zu den Sternen und zu unseren zukünftigen Schicksalen. Die Erde beschützt uns und nährt uns mit ihrer Lebenskraft, während uns die Himmel die Zukunft weisen.

Ein Same keimt in der nährstoffreichen, dunklen und feuchten Erde und wächst im Licht der Sonne. Nach dem Keimen wenden sich alle Pflanzen dem Sonnenlicht zu. Auf ähnliche Weise keimt unser spirituelles
Leben im ersten Chakra, das uns mit der Erde verbindet, und später kommen die Himmelslichter durch die Krone herab, um das gesamte Chakrasystem zu erfüllen.

Der Sanskritausdruck für dieses Chakra lautet sahasrara und bedeutet »Leere«. Wer die Geschenke dieses Zentrums empfangen hat, braucht nicht länger eine physische Gestalt, sondern kann – eins mit Himmel und Erde – frei durch Raum und Zeit reisen.

Die Lektion des siebten Chakras ist das Meistern der Zeit. Wenn wir uns von der kausalen, linear verlaufenden Zeit befreien, hat uns die Vergangenheit nicht mehr tyrannisch im Griff. Das Heute ist nicht mehr das Ergebnis von vorangehenden Ereignissen, und wir sind frei von Ursache und Wirkung.

Wir stehen mit einem Bein in der herkömmlichen Welt und mit dem anderen in der spirituellen Welt und bemerken, dass sich beide denselben Erdboden teilen. Im sechsten Chakra erlangen die Heiler Kenntnis über vergangene oder zukünftige Ereignisse, und wenn das siebte Chakra erwacht, sind sie in der Lage,
diese Ereignisse zu beeinflussen. Sie können Vorfälle in der Vergangenheit heilen und ihre Klienten darin unterstützen, sich für eine andere Zukunft zu entscheiden, in der sie gesund sind und ein erfülltes Leben führen.

Das siebte Chakra – Sahasrara

Element: Pure Energie
Farbe: violett
Körperliche Aspekte: Haut, Gehirn, hormonelles
Gleichgewicht
Instinkt: universelle Ethik
Psychologische Aspekte: Selbstlosigkeit, Integrität,
Weisheit
Drüse: Zirbeldrüse
Anlagen: Transzendenz, Illumination
Negativer Ausdruck: Psychosen, Regression, Zy-
nismus

Der negative Ausdruck des siebten Chakras ist spirituelle Regression, die sich als Erleuchtung ausgibt. Obwohl es richtig ist, dass man über das Ego hinausgehen muss, um Transzendenz zu erfahren, denken wir oft, dass jeder Zustand des Nicht-Ego schon etwas mit Erleuchtung zu tun hat. Zu glauben, man sei automatisch im Bereich des Spirits, wenn man das Ego losgeworden ist, hat jedoch nichts mit der Wahrheit zu tun. Auf unterschiedlichen Ebenen existieren viele Nicht-Ego-Zustände.

Die Selbstwahrnehmung eines Kleinkindes zum Beispiel ist noch nicht von der Umgebung verschieden. In der Psychotherapie wird das Fehlen eines Grenzen setzenden Egos als ungesund empfunden. Die Egos von Menschen mit ernsthaften Gehirnschäden, wie beispielsweise Schizophrenie, sind so zersplittert, dass sie als solche nicht mehr funktionieren.

In traditionellen Kulturen wird in der Vorbereitung zur Initiation sorgfältig darauf geachtet, dass das Individuum einen soliden Sinn für sich selbst entwickelt hat, bevor es über das Ego hinausgehen kann, um irgendwann die Ebene des siebten Chakras zu erreichen.

In unserer westlichen Kultur mit ihrem Prinzip der sofortigen Befriedigung möchten die spirituellen Sucher am liebsten die Arbeit mit den unteren Chakras überspringen. Einige lockt die Aussicht auf exotische Erfahrungen an. Andere sind nur ungeduldig und sich nicht darüber im Klaren, dass sie ihre unteren
Chakras reinigen müssen, um zu den höheren gelangen zu können. Manchmal haben selbst ihre Lehrer diesen Vorbereitungsprozess nicht vollständig durchlaufen oder halten ihn nicht für notwendig.

Diese Individuen betrachten ihren jeweiligen Entwicklungsstand schon für die Erleuchtung und lehnen die Notwendigkeit einer weiteren Entwicklung rundherum ab. Leider sind solche falschen Vorstellungen vom spirituellen Weg heute vorherrschend.

Diejenigen, die das siebte Chakra gemeistert haben, erlangen ungewöhnliche Kräfte; sie werden sich zum Beispiel uralter Erinnerungen bewusst, die im kollektiven Bewusstsein der Menschheit gespeichert sind.

8. Das achte Chakra – Quelle des Göttlichen

Das achte Chakra wiraocha oder »Quell des Heiligen«. Dieses Chakra sitzt ein paar Zentimeter über dem Kopf und leuchtet – wenn es erweckt ist – im Leuchtenden Energiefeld wie eine strahlende Sonne. Wer seine Aufmerksamkeit zum achten Chakra hin verlagert, hat Zugang zum ursprünglichen Wissen, das ihm zur Verfügung steht, auch wenn er es sich niemals direkt erworben hat.

Er erinnert sich dann beispielsweise spontan daran, in der Prärie um ein Feuer herum zu sitzen, mit Büffeln im Hintergrund, oder an das Beten in einem steinernen Tempel oberhalb der Schneegrenze. Die Lehren
aller Schamanen, die jemals gelebt haben, stehen ihm zur Verfügung. Ihre Stimmen werden zu seiner Stimme, und die alten Lehrer leben in ihm. Dieses Zentrum steht mit dem Bereich der Archetypen in Verbindung, wo die ursprünglichen Bilder und Erinnerungen des menschlichen Kollektivs existieren.

Die Informationsfelder des achten Chakras dienen als Schablone, um den physischen Körper zu erschaffen. Dieses Chakra ist wie ein Zimmermann, der einen Stuhl (den menschlichen Körper) baut und ihn hinterher im Feuer verbrennt. Der Zimmermann verspürt keinen Verlust, denn er weiß, dass er sich schnell einen neuen Stuhl bauen kann.

Das achte Chakra – Quelle des Göttlichen

Element: Seele
Farbe: gold
Körperliche Aspekte: Architekt des Körpers
Instinkt: Transzendenz
Psychologische Aspekte: keine
Drüsen: keine
Anlagen: Zeitlosigkeit
Negativer Ausdruck: Schablone für Krankheit,
kosmischer Horror

Das achte Chakra wird vom Tod des Körpers nicht berührt. Wenn der Abdruck einer Krankheit in diesem Chakra vorhanden ist, wird er wie ein Formfehler im Muster mit jedem neuen Stuhl reproduziert. Im achten Chakra erfahren wir nicht nur das tiefe Einssein mit der gesamten Schöpfung, denn diese Erfahrung geschieht schon im siebten Chakra. Statt mit der Schöpfung sind wir hier mit dem Schöpfer vereint.

Der Schöpfer ist unbeschreibbar und kann von keinem Abbild wiedergegeben werden, das sinnlich wahrnehmbar wäre. Die Art der Begegnung mit dem Schöpfer ist oftmals kulturell geprägt.

Ein Christ mag das Einssein mit dem Schöpfer als Verschmelzung mit einem Engel oder mit einem Heiligen oder mit Christus erfahren. Für einen Buddhisten mag es die Vereinigung mit Buddha sein und für einen
Inka-Schamanen das Aufgehen in unserem Stern, der Sonne.

Wir werden eins mit dem Schöpfer und nehmen die archetypischen Gesichter des Göttlichen wahr, die in diesem Bereich existieren. Es handelt sich dabei um die Abbilder Gottes, die im Laufe von 100000 Jahren von unseren Vorfahren gemeißelt, geschnitzt oder gemalt wurden.

Der negative Ausdruck dieses Chakras ist kosmischer Horror, wie er erlebt wird, wenn man zwischen den Welten des Spirits und der Materie festsitzt. Weder tot noch lebendig, ist man in einem Albtraum gefangen, aus dem man nicht erwacht.

Die Eigenschaft des achten Chakras ist Unsichtbarkeit. In diesem Zentrum werden wir uns des Betrachters bewusst (der im Buddhismus als »der Zeuge« bekannt ist) – des Selbst, das schon seit dem Beginn unserer spirituellen Reise existiert. Da der Betrachter jetzt vom Geist losgelöst ist, kann er ihn und seine Dramen beobachten, ohne in sie hineingezogen zu werden. Er beobachtet, wie sich unser Leben entfaltet, und weiß,
dass die Geschichten, mit denen wir uns beschreiben, nichts weiter als Geschichten sind.

Alles, was wir meinen, über uns selbst zu wissen, hat nichts mit unserem wirklichen Selbst zu tun. Der Betrachter identifiziert sich mit dem Mysterium und nicht mit der Manifestation. Der Betrachter nimmt alles wahr, ohne dass er selbst wahrgenommen werden kann, da er kein Objekt der Wahrnehmung ist. Der Betrachter ist unsichtbar, da er nicht selbst betrachtet werden kann.

9. Das neunte Chakra – Seelenchakra

Das neunte Chakra sitzt am Herzen des Universums. Es liegt außerhalb von Raum und Zeit und erstreckt sich durch die Unendlichkeit des Raums und verbindet sich mit dem achten Chakra durch einen leuchtenden Faden.

Der Schamane kann auf diesem Faden reisen und die unendliche Vielfalt der Schöpfung
erkunden. Wir nennen dieses Zentrum Chakra, weil uns keine bessere Bezeichnung einfällt. In Wirklichkeit ist es der Wohnsitz des Spirits und existiert jenseits der persönlichen Seele, die mit dem achten Chakra verknüpft ist und uns an das Kontinuum von Raum und Zeit und an die Erlösung bindet.

Das neunte Chakra – Seelenchakra

Element: Spirit
Farbe: strahlend-weißes Licht
Körperliche Aspekte: keine
Instinkt: Befreiung
Psychologische Aspekte: keine
Drüsen: keine
Anlagen: Unendlichkeit
Negativer Ausdruck: keiner

Das neunte Chakra ist der Spirit von jedem einzelnen Wesen oder Ding im Universum. Der Betrachter ist das, was er beobachtet.

Das neunte Chakra ist das Selbst, das niemals geboren wurde und niemals sterben wird. Dieses Selbst geht der Zeit voran und betritt niemals den Fluss der Zeit. Es existiert vor der Existenz des Raums und bevor sich das Universum manifestiert. Dieses Selbst hat das Paradies niemals verlassen.

Der Entwicklungsprozess des neunten Chakras besteht darin, ein Geheimnis hüten zu können, sogar vor sich selbst. Dieses Geheimnis besagt, dass vor sehr langer Zeit die immense Kraft, die wir Gott nennen, ihren Platz in der nichtmanifesten Leere verlassen hat, um sich selbst zu erfahren. So manifestierte sie
sich vor 12 Milliarden Jahren als die Singularität, die alle Materie in unserem Universum hervorbrachte.

Die immense Kraft erkundschaftete sich selbst in allen Lebensformen, als Heuschrecken, Wale, Planeten und Monde. Da die immense Kraft jedoch allgegenwärtig und allwissend war, besaß jede ihrer
Manifestationen auch diese Eigenschaften. Daher musste sie ihre eigene Natur vor sich selbst verbergen, um sich selbst in der Vielfalt ihrer Formen zu erkennen. Wenn dieses Zentrum erwacht ist, hört man ein tiefes, polterndes Lachen, das von den Bergen widerhallt und über den Himmel donnert. 

Die komplette Chakrenlehre, die Übersicht zu den 9 Chakren, ihren Symbolen, der Wirkung und ihren Bedeutungen.

Josef Kryenbuehl, dipl. Hypnosetherapeut / Mentalcoach. Erfahre hier gerne mehr über uns.

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